Im 3-Schicht-Betrieb laufen in Bergedorf 20 Kameras heiß, fummeln sich zwei Männer und 35 Frauen zwischen 21 und 50 Jahren die knappen Dessous vom Leib. So schätzt der Filter-Software-Hersteller Secure Computing die Zahl der pornographischen Seiten im Web auf 340 Millionen.Zwar firmiert der überwiegende Teil davon im Netz unter der internationalen Adress-Endung

Ob Kind oder Greis, Mann oder Frau – kaum jemand surft stets um den Sex herum.

Etwa die Hälfte der Kinder und Jugendlichen im Internet ist schon einmal auf eine Pornoseite geraten, wie Studien ermittelten.

„Allerdings bergen vor allem Extremdarstellungen, zum Beispiel Gewaltpornographie, die Gefahr, dass Jugendliche das als normale Sexualität ansehen“, warnt der Pädagoge. Dort hinein geriet beispielsweise der heute 18-jährige Dirk K.* aus dem Berliner Umland. Plötzlich hing ich jeden Nachmittag und Abend im Chat“, erzählt der Gymnasiast.

Eltern sollten deshalb ihre Sprösslinge nicht unkontrolliert auf Exkursion ins Web schicken und den heimischen Rechner vor einer Überflutung durch Schmuddelseiten schützen, empfiehlt der Medienpädagoge Friedemann Schindler, der einen Internet-Leitfaden für Eltern und Pädagogen mit erarbeitet hat. „Ich lernte online Mädchen kennen, und es war aufregend, im Web mehrere Freundinnen gleichzeitig zu haben.“ Oft flirtete er bis weit nach Mitternacht.

Vor drei Jahren entdeckte der 33-Jährige die erotischen Seiten des Netzes.

In jeder freien Minute surft er zu einschlägigen Angeboten – selbst im Büro.

Selbst Nachrichtenangebote bauen auf die Anziehungskraft von nackter Haut.

Bei den kanadischen Naked News entblättern sich die Sprecherinnen, während sie ihre Meldungen vortragen.

Einer dieser Träume heißt Maike, sitzt im Keller des Mietshauses auf einem Gitterbett und knetet sich die nackten Brüste.

Vor sich zwei Monitore, auf den langen Beinen eine Computertastatur.

„Unser Eheleben existiert praktisch nicht mehr, um meinen fünfjährigen Sohn kümmere ich mich auch nicht mehr richtig“, erzählt Holger.